Sangerhäuser Nachrichten

Neue Technik für Sangerhausens Ortswehren

today12. September 2026 18

Hintergrund
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Wenn die Feuerwehr gerufen wird, zählt neben Ausbildung und Erfahrung auch die passende Ausrüstung. Die Stadt Sangerhausen hat jetzt einen aktuellen Überblick darüber veröffentlicht, welche Technik ihren 13 Ortsfeuerwehren bereits zur Verfügung steht und welche Beschaffungen in den kommenden Jahren vorgesehen sind.

Der Bericht reicht von Mannschaftstransportwagen für fünf Ortsteile über Hochwasser- und Waldbrandschutz bis zu neuen Löschfahrzeugen für Wippra, Gonna, Riestedt und Wolfsberg. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Ein Teil der Technik befindet sich bereits im Einsatz, anderes ist bestellt oder für spätere Jahre geplant. Bei zwei Fahrzeugen stehen Förderentscheidungen noch aus.

Fünf Ortsteile erhielten Mannschaftstransportwagen

Bereits im Frühjahr wurden die Feuerwehren in Breitenbach, Gonna, Lengefeld, Oberröblingen und Riestedt mit Mannschaftstransportwagen ausgestattet.

Die Fahrzeuge unterstützen nach Angaben der Stadt sowohl die Einsatzabteilungen als auch die Kinder- und Jugendfeuerwehren. Sie wurden für fünf Jahre geleast. Über die 60 Monate nennt die Verwaltung eine Gesamtinvestitionssumme von 1.138.873 Euro. Zusammen mit zwei bereits vorhandenen Wagen verfügen die Sangerhäuser Feuerwehren damit über sieben Fahrzeuge dieses Typs.

Im Juni folgte ein allradgetriebenes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser für die gemeinsame Ortsfeuerwehr Horla/Rotha. Es ersetzt ein Fahrzeug aus dem Jahr 1996 und ist unter anderem mit Wärmebildkamera, Mehrgasmessgerät und mobilem Rauchschutzvorhang ausgestattet.

Die Anschaffung kostete laut Stadt rund 267.600 Euro und wurde durch das Land Sachsen-Anhalt mit 150.000 Euro gefördert. Diese Angaben stammen aus dem Bericht des Oberbürgermeisters vom 10. September.

Hochwasserschutz für das gesamte Stadtgebiet

Seit August steht am Standort Sangerhausen ein neuer Gerätewagen-Logistik 2 bereit. Das allradgetriebene Fahrzeug kann eine Staffel mit sechs Einsatzkräften sowie zusätzliche Ausrüstung transportieren, die auf gewöhnlichen Löschfahrzeugen keinen Platz findet.

Zur Beladung gehört bereits das Modul „Ölwehr Land“ mit neun Rollcontainern. Darauf befinden sich unter anderem Bindemittel und Absperrmaterialien. Der Gerätewagen kann außerdem Sandsäcke und das neue mobile Hochwasserschutzsystem befördern.

Dieses System besteht aus Gitterelementen, einer Membran und Stützdrähten. Zusammengesetzt erreicht es eine Länge von 280 Metern und eine Schutzhöhe von 90 Zentimetern. Weil die Elemente flexibel angeordnet werden können, soll die Sperre an unterschiedliche örtliche Bedingungen angepasst werden können.

Nach Angaben der Stadt können der Gerätewagen und der mobile Hochwasserschutz bei Bedarf von allen Ortsfeuerwehren eingesetzt werden. Fahrzeug, Beladung und Funktechnik kosteten zusammen rund 341.700 Euro. Das Land beteiligte sich mit 115.000 Euro.

Für das Hochwasserschutzsystem nennt die Stadt Kosten von knapp 100.000 Euro. Der kommunale Eigenanteil von 10.000 Euro wurde demnach aus einer Hochwasserspende des Landkreises finanziert; die übrigen Kosten werden über das Landesprogramm „Sachsen-Anhalt KLIMA III“ unterstützt. Einzelheiten erläutert die offizielle Mitteilung zur Übergabe der neuen Technik.

Ein mobiles System kann den Schutz bei bestimmten Einsatzlagen verbessern. Es bietet jedoch keine Garantie gegen jede Überflutung. Ob und wie es eingesetzt wird, entscheiden die verantwortlichen Einsatzkräfte anhand der konkreten Lage.

Modul für Vegetationsbrände soll 2027 folgen

Im Frühjahr 2027 soll der Gerätewagen um ein Modul zur Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden ergänzt werden. Vorgesehen sind erneut neun Rollcontainer mit spezieller Ausrüstung.

Die Stadt beziffert die Beschaffung auf rund 94.200 Euro. Davon sollen 80.000 Euro aus einer Förderung des Landes kommen. Zusätzlich wurde nach Angaben des Oberbürgermeisters ein Auftrag über rund 82.600 Euro für moderne Einsatzbekleidung ausgelöst.

Neue Löschfahrzeuge für Wippra und Gonna

Für die Ortsfeuerwehr Wippra ist 2028 der Ersatz des bisherigen Tanklöschfahrzeuges vorgesehen. Die Bestellung eines allradgetriebenen TLF 4000 wurde laut Stadt im August unterzeichnet.

Das geplante Fahrzeug soll 6.000 Liter Wasser mitführen und wegen seiner Geländegängigkeit besonders für Wald- und Vegetationsbrände geeignet sein. Genannt werden Gesamtkosten von rund 514.300 Euro sowie eine Landesförderung von 175.000 Euro.

Im Jahr 2029 soll Gonna ein Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz erhalten. Dafür liegt nach Angaben der Stadt bereits ein Zuwendungsbescheid vor. Das Fahrzeug soll ungefähr 600.000 Euro kosten; die angekündigte Förderung beträgt 200.000 Euro.

Für Ersatzfahrzeuge in Riestedt und Wolfsberg wurden ebenfalls Förderanträge gestellt. Hier ist noch keine Entscheidung gefallen. Eine Bewilligung sollte deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorweggenommen werden.

Technik unterstützt Menschen – sie ersetzt sie nicht

Die veröffentlichten Investitionen zeigen, dass sehr unterschiedliche Gefahren berücksichtigt werden: Brände, Hochwasser, ausgelaufenes Öl und Einsätze in Wald- oder Feldgebieten.

Modulare Ausrüstung, die allen Ortsfeuerwehren zur Verfügung steht, kann dabei helfen, vorhandene Mittel gemeinsam zu nutzen. Entscheidend bleiben jedoch die Menschen, die die Technik bedienen, regelmäßig üben und im Ernstfall ihre Zeit und ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen.

Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren leisten diese Aufgabe ehrenamtlich. Moderne Fahrzeuge und verlässliche Schutzkleidung sind deshalb nicht nur Investitionen in Geräte, sondern auch in sichere Arbeitsbedingungen für jene Menschen, die anderen helfen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt den veröffentlichten Stand vom 12. September 2026 wieder. Künftige Liefertermine, Kosten und Förderentscheidungen können sich während der Beschaffungsverfahren verändern.

Quellen

Geschrieben von: Stadtradio Sangerhausen

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